Ruß, Rauch und alles ist verloren?

Worst Case, die Feuerwehr rettet Menschen aus den Fenstern mit der Drehleiter.

 

Uns hat Katy Holert aufmerksam gemacht, dass es in der Nacht zu Pfingstsamstag in der Reinholdstraße 22 gebrannt hat. Sie bat uns um Unterstützung, ob wir helfen könnten, den 8 Parteien des Mehrfamilienhauses mit Kleidungsstücken auszuhelfen.

 

Um uns ein Überblick zu verschaffen, riefen wir bei der Polizei an die uns die Nummer einer Dame vom Malteser Hilfsdienst, tätig ist. Diese wurde vom Bezirksamt beauftragt, da dort samstags echt tote Hose und auch noch langes Wochenende. Die Vertretung übernahm der Malteser Hilfsdienst, die natürlich über den Katastrophenschutz verfügt. Von denen erfuhren wir auch den aktuellsten Stand und die Bitte um mitwirken bei der Unterbringung, Versorgung und Betreuung von den einzelnen Familien.

 

Ich muss sagen für uns ein riesige Aufgabe, denn mal eben mehrere Notunterkünfte zu organisieren an Pfingsten ist gar nicht so einfach. Aber zusammen mit der guten Dame von Malteser ist es uns gelungen, alle notdürftig unter zu bringen. Viele konnten zu Freunden, Verwandten, für einige wurde ein Hotel gebucht. Am Sonntag und Montag stellten wir das komplette Lager um, sortierten alle Sachen aus die für die Familien wichtig sind. So richteten wir ein Lager ein wo alles für Kinder, Mütter, und Babys benötigt wird. Die Herren laufen über den Bedarf der Obdachlosen. So konnten wir schon Sonntag den ersten Familien mit Kleidung und Hygiene versorgen. Über Facebook kamen auch schon viele und tolle Spenden. Was ich toll finde, Kinder spendeten ihre eigenen Spielsachen. Da soll mir noch einer mal was sagen über die Jugend  von heute, wir finden dieses selbstlose Verhalten einfach nur toll.

 

Für einige Kinder der Brandopfer ging es am Dienstag wieder los zur Schule, so wurden Montag noch Schulranzen Organisiert und bestückt und zu den Familien gebracht. Natürlich durften da etwas Schokolade und ein Kuscheltier nicht fehlen was ein wenig Freude brachte.

 

Am Dienstag rief uns dann der Vorgesetzte der Malteser Hilfsdienst an. Da sie Vertraglich nur die Vertretung für das Bezirksamt außerhalb der Öffnungszeiten machen, übergaben sie uns die Leitung und somit die Betreuung der Familien. Mag sich nach nichts Besonderes anhören, ist aber grade wichtig um in Verhandlungen und Datenschutz weiter zu kommen. So konnten wir mit dem Vermieter im Kontakt stehen, die Behörde für Notunterkünfte, oder auch  vermittelnde Gespräche führen.

 

Wir stehen momentan zu 7 Familien im Kontakt, darunter 2 die 4 Kinder haben. Heute konnten wir viel vermitteln, so übernimmt die Bezirkliche Fachstelle für Wohnungsnotfälle die Unterbringung einer 6 Köpfigen Familie. Wenn alles gut läuft haben 2 weitere Familien sehr schnell ein neues Zuhause. Leider müssen alle Familien bei null anfangen, alle Sachen in der Wohnungen sind verrußt und riechen stark nach Rauch, wir hoffen das vieles noch zu retten ist, gehen aber nicht davon aus. Unsere Erfahrungen und Gespräche mit früheren Brandopfern schildern das sowas nie wieder raus geht.  Momentan brauchen wir sehr viel Kleidung, Spielzeug und Bedarfs Mittel, später sobald feste Wohnungen gibt, werden Möbel und Haushaltgegenstände gebraucht.

 

Grade auch Großhaushaltsgeräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen werden dann dringend benötigt.

 

Wir werden alle Familien solange begleiten, bis sie auf eigenen Beinen stehen können, bei einigen wird es leider Monate bis Jahre dauern. Bei vielen sind der Schock und das Trauma so tief, dass sie nicht um eine Therapie rum kommen.

 

 Wenn wir ein Fazit oder Zahlen überschlag, so sind es 13 Helfer die seit 6 Tagen Hand in Hand arbeiten. Es wurden ca. 180 Telefonate geführt und 7-mal eine Familie besucht, mehrere Behördengänge begleitet und etliche Spenden gesammelt. Tamara hat über Facebook einen Chat eröffnet wo Spender und Fahrer sich selbstständig untereinander absprechen wer was, wo abholt oder bringt. Es entlastet uns enorm dass wir die Koordination nicht machen mussten. Dafür ein Großer Dank an Spender und besonders den Fahrern. Ihr seid Klasse.

 

Leider müssen wir sagen, dass viele Familien ohne uns alleine gelassen wurden. Der Austausch an Informationen war träge bis nicht vorhanden. Wir danken allen Helfern und Spendern für das Mitwirken, für uns ist es ein Teil Hoffnung. Hoffnung, dass in Harburg sich keiner alleine gelassen fühlen muss. Solche Katastrophen zeigen wie toll Harburger und Hamburger zusammenstehen können. Die nächsten Tage werden nicht weniger anstrengend und es werden nur kurze Texte werden. Gleichzeitig müssen wir auch noch die Sonntagsverteilung vorbereiten. Dafür benötigen wir noch sehr dringend Helfer. So also die bitte um eure Hilfe. Wer Zeit hat, bitte Opfert diese und kommt uns helfen. Kontaktmöglichkeiten gibt es viele unter Kontakt.

 

Solche Situationen zeigen uns auch dass unser Verein leider viel zu klein ist. Das wir noch viele Mitglieder brauchen. Nicht ein Fachvorstand ist besetzt geschweige denn das wir genug normale Mitglieder haben. Es ist ja so, je mehr mitmachen desto weniger zu tun für jeden. Wir merken wieder das es für ein paar Leute die regelmäßig mitmachen zu viel ist. Vielleicht haben einige die jetzt helfen gemerkt wie schön das ist und möchten richtig zu uns gehören. Es schreckt ja viele ab da Sie denken das eine Vereins Tätigkeit mit Arbeit, Kindern, Erkrankung nicht zu vereinbaren ist. Aber ihr könnt uns glauben es ist vereinbar. Es gibt kaum eine Lebensart die eine Mitgliedschaft unmöglich machen würde oder Erkrankungen, seht euch Tamara als Beispiel an oder unsere 2. Vorsitzende, Ilse. Viele kennen sie und ihr Leben. Also gebt euch einen Ruck. Die Satzung sowie Antrag sind hier auf der Webseite zu finden. Man kann uns auch von zu Hause aus helfen. Wir möchten ein großer Verein werden, je mehr Vereinsmitglieder desto mehr können wir helfen. Und man darf die Haftpflichtversicherung nicht vergessen, die man als Mitglied hat. Also ist man bei Vereins-Tätigkeiten abgesichert. 

 

Wir sind guter Hoffnung, auch wenn nicht Weihnachten ist, da konnten wir uns vor Helfern kaum retten.

 

 

Euer Helfer mit Herz

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Georg (Sonntag, 11 Juni 2017 03:14)

    Solche Situationen zeigen uns auch dass unser Verein leider viel zu klein ist. Das wir noch viele Mitglieder brauchen. Nicht ein Fachvorstand ist besetzt geschweige denn das wir genug normale Mitglieder haben. Es ist ja so, je mehr mitmachen desto weniger zu tun für jeden. Wir merken wieder das es für ein paar Leute die regelmäßig mitmachen zu viel ist.
    Was z.z. durch beobachtungen von mir auf Facebook zu lesen ist in vielen Post/Gruppen sieht man das Sie der aufgabe nicht gewachsen sind und die hilfe der geschädigten lieber abgeben sollten.Das es manchen Leuten zu viel ist liegt vieleicht daran das bei Ihnen pures Caos herrscht.Ein Foto post mit Sie suchen Helfer zum Lager aufräumen wenn sich da keiner medet gucken Sie sich ihr Foto mal an.Kost und Logi frei? welche "kost"hätten Sie denn übernommen?
    Ganz lieben Gruß und einem gut gemeintem Rat überdenken Sie Ihr vorhaben und geben Sie diesen Fall lieber Jemandem der auf solche Fälle vorbereitet ist und sich damit auskennt weiter.

  • #2

    Helfer mit Herz (Dienstag, 13 Juni 2017 12:09)

    Danke für deine Einschätzung. Wenn es jemanden gäbe würden wir diese Hilfe annehmen. Es war aber niemand da "der auf solche Fälle vorbereitet ist und sich damit auskennt". Und deswegen diese Familien alleine zu lassen machen wir nicht. Chaos ist wohl übertrieben. Klar wir müssen noch lernen da diese Situation für uns neu ist. Dennoch wurden die Familien versorgt so gut es ging. Zwar holprig aber gut.
    Achja Kost wäre natürlich Essen und Trinken an dem Tag gewesen was sonst.

    Lieben gruss
    Helfer mit Herz



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